Jardins de la Pâla – Bulle

«Mein Vater erzählte mir, dass er früher durch dieses Gebiet rannte, einer Kuh hinterher, die partout nicht von der Weide zurückkehren wollte. Ich hingegen erinnere mich an die Zeit, als das Gelände bereits eingezäunt war, nach dem Zweiten Weltkrieg, und das Dorf zur Stadt heranwuchs. Die Gesichter über den Militäruniformen sprachen alle Sprachen der Eidgenossenschaft. Sie füllten das Lokal. Sie kamen aus den anderen Kantonen, um das grosse Arsenal zu inspizieren, und brachten uns Visionen und Ideen der anderen Schweiz mit. Dann zog die Armee ab, die Festung wurde aufgegeben – doch sie lag nicht mehr mitten auf dem Land, sondern mitten in der Stadt.»

Jacques ist Bauer aus der Gruyère, Sohn von Bauern aus Bulle. Die Stadt hat im Laufe der Jahre stetig an Einwohnern gewonnen, dank ihrer strategischen Lage zwischen Bern und Lausanne, und das alte Arsenal fand sich plötzlich im städtischen Gefüge wieder.

Jacques’ Erinnerungen waren vielen in Bulle vertraut. Die grünen Wiesen waren verschwunden und mit ihnen die Militärgemeinschaft.

Dann änderte sich etwas.

Ein privater Investor verwandelt das Areal, und Jacques’ Enkel werden neue Erinnerungen weitergeben können.

Das ehemalige Arsenal mit seinen 5,5 Hektaren Land wird zu einem neuen Wohnquartier und Dienstleistungszentrum (Geschäfte, Post, Bank, Hotel).

Die vertraute Silhouette des Arsenals ist geblieben, doch seine Funktion hat sich verändert: Die Blümenwiesen von einst sind zurückgekehrt und verbergen die Autos im Untergrund. Die Jardins de la Pâla nehmen Gestalt an.

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Die innovative Entscheidung

Atelier ribo+ hat in einem Konsortium mit weiteren Architekturbüros an der Erarbeitung des Masterplans mitgewirkt und anschliessend sowohl den Entwurf und die Realisierung des neuen Hotels als auch die Reaktivierung der Halle Landi übernommen.

Auch bei diesem Projekt war das Atelier sowohl im Bereich Architektur als auch im Bereich Landschaft tätig. Dieser integrierte Ansatz gewährleistete eine einheitliche ästhetische Vision: eine stilistische Kohärenz, die sich in den Eingriffen in die gemeinschaftlichen Aussenräume zeigt – grüne Wege, die das Areal in einen grossen Gartenpark verwandeln – ebenso wie in der Gestaltung der Innenräume, wo Schweizer Qualität auf lateinische Kreativität trifft. In der ikonischen Struktur des ehemaligen Arsenals wurde das pulsierende Herz des Quartiers angesiedelt.

Die Bewahrung der äusseren Linien und der Bedachung findet ihr Gegenstück in der Innovation eines lichtdurchfluteten Gewerberaums, mit besonderem Augenmerk auch auf Akustik und Belüftung. Ein Treffpunkt und Bezugspunkt für das gesamte Quartier.

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Die Gärten

Die Gärten prägen, wie schon der Name des Quartiers verrät, die gesamte Umnutzung. Die Wohnhäuser liegen eingebettet in 40’000 m² Parkfläche, die sich über geschwungene Wege und ruhige, grüne Nischen entfaltet. Rasenflächen, die zum Spielen freigehalten werden, wechseln sich ab mit stärker gestalteten Bereichen: ein Steingarten, der als Retentionsbecken für das Regenwassermanagement dient, eine öffentliche Obstwiese mit Sitzplätzen im Schatten von Wildapfelbäumen, Ecken mit fernöstlicher Anmutung.

Die Voie Verte, die zentrale Achse der städtischen Langsamverkehrsmobilität, durchquert das Quartier und ermöglicht es, dieses im Zusammenspiel mit der Stadt zu erleben.

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Die Gebäude

Die Gebäude der Jardins de la Pâla unterscheiden sich je nach Standort.

Die Strassenfront an der Rue de Vevey ist kompakt und klar gegliedert, mit lebhaften Farben, die an den Donnerstagsmarkt in der Grande Rue im Stadtzentrum erinnern, und einem Erdgeschoss, das Gewerbeflächen für das Quartier und die Umgebung beherbergt.

Die zentralen Gebäude wirken ätherischer, über den Park verteilt, als wollten sie mit ihm verschmelzen. Die Fassaden nehmen Bezug auf die natürlichen Elemente der Region Gruyère.

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Schluss

In Bulle sind das Gras und die Blümenwiesen dorthin zurückgekehrt, wo sie einst waren – doch sie liegen nicht mehr inmitten der Weiden.

Die Form der grossen Arsenalhalle beherbergt kein Militärgerät mehr, doch sie hat überdauert. Es ist keine Rückkehr in die Vergangenheit.

Die Jardins de la Pâla zeigen, wie Orte sich neu beleben, neue Funktionen und Bestimmungen finden können und dabei die Erinnerung an das bewahren, was sie waren, und an die Gemeinschaften, die dort entstanden sind. Architektur und Landschaft, Gesellschaft und Wirtschaft, Tradition und Innovation.

Um über das Sichtbare hinauszublicken, muss man in das Herz des Lebens vordringen.